Biosicherheit beim Besamen
Sauber unterwegs
Warmes Wasser, Seife und ein sauberes Handtuch sind für den Besamungsdienst kein Luxus – soll er doch keine Spuren hinterlassen.
Sibylle Mellema (TORO 07/21)
Dünner Mist, ein Huster der Kuh, starker Pressdrang – und schon ist der Besamer voller Kot. Seine Hände, die Schürze und Stiefel werden meist mehrmals täglich schmutzig. Dann braucht er (oder sie) fliessendes Wasser. Zum Glück gibt es auf vielen Betrieben neben der Tür zum Laufstall, im Melkstand oder im Stallgang einen Schlauch mit gutem Wasserdruck. So hinterlassen Besamerin und Besamer keine Fussspuren aus Mist. In den meisten Melkräumen hat es ausserdem ein Lavabo mit warmem Wasser und Seife und ein sauberes Handtuch hängt nebendran, wo sich Besamerin und Besamer die Hände waschen und trocknen können. Wieder sauber setzen sie ihren Arbeitstag fort. Von einem Malheur bleibt nichts übrig. Den nächsten Betrieb fahren sie so hygienischeinwandfrei an, wie den ersten auf ihrer Tour.
Keine Seife
Leider ist die Einhaltung dieser einfachen Hygiene aber nicht auf allen Betrieben gleich gut möglich. Es gibt doch noch Ställe, in denen es an geeigneten Waschgelegenheiten mangelt. Manchmal fehlt nur die Seife oder das einzige Handtuch im Melkhaus ist starr vor Dreck. Eigentlich Kleinigkeiten – aber mit grosser Wirkung. Denn sauberes Händewaschen ist für den Besamungsdienst so nicht möglich. Leidtragende sind dann der Besamer oder die Besamerin selbst, ihr Auto und vor allem der nächste Kunde auf der Liste. Viele Besamer haben daher eine «Notausrüstung» mit an Bord. Doch auch ein mitgebrachtes Stück Seife und ein frisches Handtuch helfen wenig, wenn fliessendes Wasser fehlt. Problematisch sind deshalb oft die abgelegenen, älteren Rinderställe: Sie haben manchmal viel zu wenig Druck auf der Wasserleitung, um die Stiefel richtig waschen zu können und schon gar kein Warmwasser. Im Winter ist das Wasser im Brunnen dagegen eiskalt. Ab und zu muss sich der Besamer sogar mit Schnee behelfen. Damit werden aber weder die Stiefel noch die Hände sauber, dafür die Haut rot und rissig.
Wintertaugliche Lösungen
Sehr dankbar ist unser Besamungsdienst deshalb, wenn Sie sich als Kundin oder Kunde bei solchen Verhältnissen eine wintertaugliche Lösung überlegen. Manche Betriebe improvisieren zum Beispiel, indem sie zwei Eimer mit sauberem, warmem Wasser parat stellen: Einen samt Bürste für die Stiefel und einen für die Hände. Seife sowie ein sauberes, trockenes Handtuch oder Einwegpapier legen sie in einer Plastikdose geschützt daneben. So kann der Besamungsdienst sich und seine Utensilien gut reinigen.
Biosicherheit braucht alle
Besamerinnen und Besamer sind immer bestrebt, jeden Stall nur mit sauberen Stiefeln, Kleidern und Händen zu betreten und wollen ihn auch genauso wieder verlassen. Die Biosicherheit aller besuchten Betriebe liegt ihnen am Herzen. Durch saubere Hände und Stiefel sichern sie den sanitarischen Schutz jedes Stalls auf der Besamungstour. Ausserdem möchte kein Betrieb, dass jemand fremden Dreck und Keime in den Stall mitbringt. Jeder ist aber darauf angewiesen, dass der Besamungsdienst den vorherigen Stall auch sauber verlassen konnte. Dem Besamungdienst eine Möglichkeit zum Waschen der Hände, der Utensilien und Stiefel zur Verfügung zu stellen, ist also eine Form Ihrer Solidarität zu den anderen Betrieben in Ihrer Umgebung.
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