Vorbereitet in die Abkalbesaison
Mit Vorbereitung, Know-how und Geduld geht es in eine erfolgreiche Kalbesaison.
Jutta Berger, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Ein problemloser Geburtsverlauf ist sowohl für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Kuh in der startenden Laktation als auch für die Vitalität des Kalbes von grosser Bedeutung. Für die bevorstehende Kalbesaison ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um optimale Voraussetzungen für sichere Geburten zu schaffen.
Was wird gebraucht?
Eine durchdachte Abkalbebox, die sauber eingestreut wird und genügend Platz bietet, dass sich die Kuh ungehindert in Seitenlage hinlegen kann, ist für jeden Betrieb eine gute Investition. Beachten sollte man, dass Sichtkontakt zur Herde auch im Liegen unnötigen Stress für das kalbende Tier verhindert. Auch die Utensilien, die im Notfall für eine Geburtshilfe benötigt werden, sollten jetzt überprüft und gereinigt werden:
- Rostfreie Zugketten sind zu säubern und zu desinfizieren,
- Geburtsstricke müssen bei 60° in die Waschmaschine.
- Lange Besamungshandschuhe - Bestand prüfen bzw. auffüllen.
- Gleit-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel müssen nachgefüllt werden.
Anschliessend wird alles staubfrei (z. B. in einer verschliessbaren Kunststoffdose) und griffbereit aufbewahrt – am besten an einem festen Platz in der Nähe des Abkalbebereichs.
Hochträchtige Tiere vorbereiten
Auch die Tiere müssen nun auf die Kalbesaison vorbereitet werden. Erstkalbende Rinder sollten frühzeitig in die Herde integriert und an die Arbeitsabläufe gewöhnt werden. Stress wirkt sich negativ auf den Geburtsverlauf aus: Unruhe, Hektik oder häufiges Umtreiben können die Wehentätigkeit hemmen oder sogar vorübergehend unterbrechen. Je vertrauter die Tiere mit ihrer Umgebung und dem Umgang durch den Menschen sind, desto ruhiger verläuft in der Regel die Geburt. Für einen optimalen Start in die Laktation ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Boli mit entsprechenden Spurenelementen (z. B. Curatop®) einzugeben.
Den natürlichen Ablauf kennen
Zur Vorbereitung auf den tatsächlichen Geburtstermin des Einzeltiers gehört eine gute Beobachtung. Den wichtigsten Anhaltspunkt gibt selbstverständlich das Besamungsdatum. Körperliche Veränderungen helfen, den Beginn der Geburt exakter einzugrenzen. Das Euter läuft ein und die Scham schwillt an. Die Geburtswege lockern sich. Diese Veränderungen zeigen an, dass sich die Kuh in der Vorbereitungsphase der Geburt befindet. Erst kurz vor der Geburt fallen die Beckenbänder am Schwanzansatz ein und die Schwanzspitze wird beweglich.
Sich den natürlichen Ablauf mit seinen unterschiedlichen Phasen wieder einmal bewusst zu machen, gehört ebenfalls zu den Vorbereitungen auf die Kalbesaison dazu. Ebenso wichtig ist die Frage, wann ein menschliches Eingreifen tatsächlich notwendig wird. Geburtshilfe gehört in vielen Kuhställen zwar zum Betriebsalltag. Gerade diese Routine verleitet jedoch dazu, zu früh oder unnötig einzugreifen. Dabei gilt: Geduld ist oft die wichtigste Voraussetzung für eine problemlose Geburt.
Sonderfall in der Geburtshilfe: Hinterendlage
Hinterendlage beim Kalb erkennen: Sauerstoffmangel vermeiden, tierärztliche Hilfe abwägen und Zughilfe bei Kühen hygienisch und zügig durchführen.
Kontrolluntersuchung und Zughilfe bei der Geburt
Geburtshilfe bei Kühen: Wann Kontrolle nötig ist, wie hygienisch untersucht wird und wann Zughilfe oder tierärztliche Hilfe angezeigt sind.
Lernspiel – Die Geburt bei der Kuh
Interaktives Lernspiel zum Geburtsablauf bei Kühen: Testen Sie Ihr Wissen zu den Phasen der Geburt und vertiefen Sie wichtige Grundlagen der Rindergeburt.
Kälbergesundheit von Geburt an
Kälbergesundheit beginnt vor der Geburt: Fütterung der Mutterkuh, saubere Kalbung, schnelle Kolostrumgabe und Milch sichern Vitalität und Leistung.
