Kuhsignal – Hyperkeratose an der Zitze
Problematik/Bildaussage
Die Zitze im Vordergrund weisst eine deutliche Verdickung im Bereich des Strichkanals auf.
Was funktioniert (nicht)?
Während des Melkens kommt es über eine längere Zeitphase zu einer Über- oder Fehlreizung der Zitzen. Als Reaktion bilden sich mit der Zeit verhornte Zellen um und am Strichkanal. Man spricht von Hyperkeratosen.
Ursachen
Anatomische Voraussetzungen können bei einzelnen Kühen die Bildung solcher Hyperkeratosen begünstigen. So sind es häufig Tiere mit geringem Minutengemelk (schlechter Melkbarkeit) und solche mit langen eher spitzen Zitzen, die durch die Zitzengummis nicht wie gewünscht massiert werden. Einseitige Hyperkeratosen (z.B. nur an den linken Zitzen) entstehen manchmal, wenn das Melkgeschirr nie gerade an der Kuh hängt, sondern unregelmässigen Zug auf die Zitzen auswirkt. Je mehr verhornte Fransen am Zitzenende gebildet werden und je rauer sie sind, umso einfacher können sich (Umwelt-)Keime an diesen ansiedeln. Daher besteht ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen der Grösse der Hyperkeratose und der Keimbesiedlung (v.a. Sc. uberis, E. coli) auch im Inneren des Strichkanals: Je grösser die Verhornung, umso schlechter der Verschluss, umso mehr Keime im Strichkanal. Solche Erreger können sowohl hochakute Euterentzündungen mit hohem Fieber verursachen aber auch „lediglich“ erhöhten Zellgehalt.
Ziel
Gesunde Zitzen mit optimal verschlossenem Strichkanal.
Massnahmen
Haben mehr als 10 % der Kühe veränderte Zitzen, muss die Melkanlage dringend durch einen Fachmann überprüft werden. Bei betroffenen Einzeltieren oder gar Zitzen muss die Melkarbeit ganz individuell auf das Tier angepasst werden.
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