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Kuhsignal – Zitzenherpes
Eutergesundheit|08.05.2026

Kuhsignal – Zitzenherpes

Bildbeschreibung

An den schwarzpigmentierten Zitzen dieser Holsteinkuh sind viele, nur wenige Millimeter kleine, weisse Hautbläschen zu erkennen.

Was funktioniert (nicht)?

Die Zitzenhaut ist durch die Bläschen rauer und schlechter zu reinigen. Manchmal sind die Bläschen schmerzhaft, weshalb erkrankte Tiere bei Berührung der Zitzen oder beim Melken mit den Hinterbeinen schlagen.

Ursachen

Solche Hautbläschen an den Zitzen werden typischerweise durch Viren verursacht (z.B. Herspesviren wie BHV2). Diese werden zum Beispiel über das Melkzeug oder über Insekten von Tier zu Tier übertragen. Der direkte Virusnachweis ist allerdings oft schwierig und gelingt nur selten. Klinisch ist eine korrekte Diagnose der verursachenden Viren eigentlich nicht möglich. Trotzdem werden solche Hautveränderungen landläufig oft als «Zitzenherpes» bezeichnet. Achtung: Andere Viren (z.B. Pseudocowpocvirus), die ebenso Bläschen an den Zitzen verursachen, sind Zoonosen und verursachen auch Hautveränderungen beim Menschen (sog. Melkerknoten). Daher Kühe mit «Zitzenherpes», egal welches Virus dahintersteckt, immer nur mit Handschuhen melken.

Unsere Empfehlung
«Schöne Fotos» eines Melkerknotens und seiner Abheilung findet man auf dem Blog von rindermedizin.de (Text auf Deutsch).

Ziel

  • Gesunde Zitzenhaut
  • Ansteckungen vermeiden

Massnahmen

Mit Handschuhen melken! Erkrankte Tiere möglichst zum Schluss melken. Zitzen vor dem Melken sorgfältig reinigen. Hinterher mit desinfizierendem Dippmittel, z.B. auf Jodbasis, einsprühen, um bakterielle Sekundärinfektionen zu verhindern. Keinen Dippbecher verwenden, damit die Erreger nicht über diesen von Tier zu Tier verschleppt werden.