Pansenübersäuerung

Pansenübersäuerung

 

Problematik/Bildaussage:

Auffällig an diesem Tier – wie auch an anderen Tieren derselben Herde – ist das verdreckte Flotzmaul mit Futterresten und Nasenausfluss.

Was funktioniert (nicht)?

Ein verklebtes Flotzmaul mit Ausfluss kann Zeichen für eine Pansenübersäuerung sein.

Ursachen

Eine Pansenübersäuerung entsteht bei Strukturmangel (wenig Zellulose in der Ration) in der Ration oder bei falscher Futterreihenfolge, respektive bei zu grossen Gaben von Kraftfutter. Gelangen schnell zu viel leicht abbaubare Kohlenhydrate (Stärke, Zucker) in den Pansen und/oder ist die Speichelproduktion zu gering bei Strukturmangel in der Ration, wird die Säureproduktion im Pansen zu hoch und der pH darin sinkt unter 6. In diesem sauren Milieu sterben gewisse Bakterien ab. Zelluloseabbauende Bakterien sind besonders pH-labil, d.h. bei tiefem Pansen-pH sterben sie zuerst ab, auch wenn genügend Struktur in der Ration vorhanden wäre. Das Milieu im Pansen wird dadurch gestört und die Pansentätigkeit stark reduziert. Es wird weniger Essigsäure und mehr Butter- und Propionsäure gebildet. Der Milchfettgehalt sinkt, da bei Strukturmangel weniger Zellulose in Essigsäure, der Vorstufe des Milchfettes abgebaut wird.

Ziel

Wiederkäuergerechte Fütterung mit genügend Struktur in der Ration.

Massnahmen

Im Betrieb, in dem dieses Tier steht, sind zuerst die sehr tiefen Fettgehalte, der schlechte Futterverzehr und die Veränderung der Kotkonsistenz aufgefallen. Bei der Rationenüberprüfung wurde ein Strukturmangel festgestellt und korrigiert. Die Wirksamkeit der Massnahmen wird am besten überprüft mit dem Zählen der Wiederkauschläge pro Bissen, der Kontrolle der Milchinhaltstoffe und dem Futterverzehr.