Eingefallene Beckenbänder

Bildbeschreibung und Interpretation

Die Region zwischen Kreuzbein, Schwanzansatz und Sitzbeinhöcker dieser Eringer-Kuh ist eingefallen. Es sind Dellen zu sehen. Man hat das Gefühl, die Haut und das darunterliegende Gewebe seien geschmeidig und weich. Genauer sind es hier die Beckenbänder, die eingefallen sind. Das muss auch so sein, weil diese Kuh kurz vor der Geburt steht und alle Strukturen und Gewebe im und um den Geburtsweg elastisch werden müssen, damit das Kalb genug Platz hat. Die Beckenbänder fallen oft mehrere Stunden bis auch einige Tage vor der Geburt sichtbar ein.  

Ursachen

Der Start zum Geburtsvorgang geht vom Fetus aus. Dieser muss „reif“ und genug gross für die Geburt sein. Man weiss, dass es zu einer Verkettung von hormonellen Signalen kommt. Diese verschiedenen Hormonumstellungen bewirken u.a., dass der Gelbkörper aufgelöst wird und vermehrt Wasser im Gewebe der Geburtswege eingelagert wird. Auch das Brunsthormon Östrogen ist beteiligt. Es lockert das Bindegewebe und die Bänder der Geburtswege. Auch die Schamlippen der Kuh schwellen dadurch an. Kühe  kurz vor der Geburt sehen daher ähnlich aus, wie Kühe mit Eierstockszysten, die auch über längere Zeit unter der Einwirkung des Östrogens stehen. Wenn die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) der Kuh vor der Geburt das Hormon Oxytocin ausschüttet, beginnen ihre Wehen. Die Gebärmuttermuskulatur zieht sich zusammen auch wenn die Geburtswege an sich geweitet sind: Zervix, Scheide, Beckenbänder sind jetzt weich und elastisch.  

Ziel

Eingefallene Beckenbänder als Kuhsignal kurz vor der Geburt erkennen und richtig beurteilen.  

Massnahmen

Meist Keine. Wenn die Geburt vorangeht, Rinder und Kühe machen lassen, aber sie trotzdem gut im Auge behalten.